Kisten gepackt und ab die Post

28 Nov

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Ergebnisse der Ramadan Umfrage 2012

4 Sep

Zu Beginn des Ramadan 2012 habe ich eine Umfrage gestartet, um mir ein Bild davon zu machen, wie Muslime das Image des Islam in Deutschland einschätzen und wie sie zu gewissen Fragen stehen. Ich möchte mich an dieser Stelle bei den 93 Teilnehmern bedanken, die mir eine Auswertung überhaupt möglich gemacht haben. Ich finde die Ergebnisse und Antworten sehr interessant und möchte euch diese nicht vorenthalten. Über eure Meinungen hierzu freue ich mich in den Kommentaren!

Dazu vorab noch einige Anmerkungen:

Die Umfrage lief im Zeitraum von 19.07. – 20.08.2012. Die Teilnahme erfolgte anonymisiert. Zielgruppe waren in Deutschland lebende Muslime. Eine bestimmte Eingrenzung nach Wohnort, Alter, Geschlecht usw. wurde nicht vorgenommen.

Frage 1: Verteilung von Konvertiten und in den Islam hineingeborenen Teilnehmern

Da ich selbst Konvertitin bin, ist es interessant für mich zu wissen, wie sich die Teilnehmer der Umfrage unter diesem Gesichtspunkt zusammensetzen. Gut ein Drittel der 93 Teilnehmer sind Konvertiten, zwei Drittel stammen aus muslimischen Familien. Der in Deutschland seit Jahren ansteigende Trend der Konversion zum Islam zeigt sich also auch in den Ergebnissen dieser Umfrage.

Frage 2: Einschätzung der eigenen Religiosität

Frage 2 dient als Vergleichsgrundlage für die nachfolgenden Fragen. Das Ergebnis dieser eigenen Einschätzung verdeutlicht meiner Meinung nach sehr gut, dass auch wir Muslime sehr unterschiedlich sind was das Praktizieren unserer Religion angeht. Spannender wird es nun allerdings im Vergleich mit den folgenden Fragen.

Frage 3: Einhaltung der Gebete 

Das Gebet als eines der fünf Säulen des Islam ist ein sehr wichtiger, wenn nicht sogar der wichtigste Bestandteil des muslimischen Lebens. Dennoch halten tatsächlich nur etwas mehr als die Hälfte der Teilnehmer die fünf täglichen Gebete  immer ein, rund ein Drittel versuchen es zumindest und immerhin 15 Teilnehmer gestehen sich ein kaum zu beten.

Frage 4: Befolgung des Ramadan

Überraschend scheint in diesem Zusammenhang die Beantwortung von Frage vier. Knapp 91% der Befragten geben hier an den Ramadan zu befolgen, obwohl sich nur knapp die Hälfte aller Teilnehmer als sehr religiös bezeichnet. Wer die Wichtigkeit und Bedeutung des Ramadan versteht, erkennt hier die Wahrheit hinter der Überlieferung, dass der Shaytan in dieser Zeit in Ketten liegt und nichts außer unserem Ego uns von der Erfüllung unserer Pflicht abhält.

Frage 5, nämlich zum Thema „Trägst du Kopftuch“ hat leider keine statistische Relevanz, da vermutlich einige Männer „nein“ gewählt haben, was sich in der Beantwortung der darauf folgenden Frage gezeigt hat. Dadurch ist kein relevantes Ergebnis zustande gekommen.

Besonders interessant wurde es für mich nun bei der Auswertung der schriftlichen Antworten.

Frage 6: Warum trägst du das Kopftuch (nicht)? 

Frauen, die das Kopftuch tragen, führten oft ähnliche Gründe für ihre Entscheidung an. Die häufigste Antwort- nämlich genau 12 von 37 Mal- lautete: Ich trage das Kopftuch, aus der Überzeugung heraus, dass es Allahs Wille und uns Frauen eine auferlegte Pflicht ist. Weiterhin wird das Kopftuch als Symbol der eigenen Religion, bzw. als Schutz vor aufdringlichen Blicken angeführt. Außerdem sei es ein Ausdruck der Würde einer Frau sich nur ihrem Mann ohne Bedeckung zu zeigen.

Die Gründe für das Nicht-Tragen des Hijab sind hingegen vielfältiger. Diese reichen von „keine Lust“ bis hin zu „es ist kompliziert“. Sieben der 37 Antwortenden gaben an, dass sie das Kopftuch nicht immer tragen, da das Kopftuch in Deutschland nicht überall angenommen wird, sei es auf der Arbeit, im Studium oder generell in der Gesellschaft von Nicht-Muslimen. Vier Frauen gaben an, dass ihnen das Selbstbewusstsein fehlt sich und das Kopftuch bei Konfrontation verteidigen zu können und sie deswegen darauf verzichten. Drei weitere gaben an, dass sie noch nicht bereit sind das Kopftuch zu tragen. Weitere persönliche Gründe lauteten: „Ich bin konvertiert und möchte meine nicht-muslimische Familie nicht vor den Kopf stoßen.“, „Wir sollen uns nicht auffällig kleiden. Da das Kopftuch in Europa nicht „normal“ ist, passe ich mich an, um nicht aufzufallen.“ und „Ein sichtbares Symbol zu tragen ist mir nicht so wichtig wie die innere Überzeugung.“ .

Der Vollständigkeit halber möchte ich hier noch anmerken, dass sieben Männer die Antwort „Nein, weil ich männlich bin ;)“ gegeben habe. Danke dafür Jungs! 😀

Frage 7: So beurteile ich das aktuelle Image der Muslime in Deutschland

Auf die Antworten zu dieser Frage war ich besonders gespannt – und tatsächlich auch überrascht! Gerade einmal 6 von 54 Antworten konnte ich entnehmen, dass sie zufrieden mit der Situation in Deutschland sind, weil sie sich keinerlei Anfeindung ausgesetzt fühlen. Die positiven Antworten lauten beispielsweise: „Ich bin zufrieden. So lange man nett zu mir ist, bin ich nett zu ihnen. Hamdullah, der Prophet Muhammed s.a.s. ist unser Vorbild und deswegen sollten wir nach seinem Beispiel leben“, „Religiös, modern, intelligent“ und“Ich bin hier zufrieden und komme gut mit meinen Mitmenschen klar, dafür bin ich aber auch selbst verantwortlich.“

Drei Antworten lauteten „könnte besser, aber auch schlechter sein“.

Die weiteren 45 Antworten schätzten das Image schlecht bzw. sehr schlecht ein. Damit ihr euch selbst ein Bild machen könnt, findet ihr nachfolgend einige interessante Aussagen.

„Leider nicht gut. Was viel daran liegt, dass eine Minderheit negativ auffällt, zum Beispiel durch extrem auffällige Kleidung, durch Bigotterie, durch Extremismus. Die „normalen“ Muslime fallen leider nicht auf. Ich persönlich führe häufig Gespräche mit den Menschen in meiner Umgebung, in denen ich den Islam erkläre und meine Beweggründe für meine Konversion. Das schafft oft Verständnis und ich kann mit Vorurteilen aufräumen. So sollten wir den Menschen den Islam näher bringen, nicht durch Koran-Verteilungs-Aktionen, auffällige Kleidung oder extremistische Auftritte!“

„Das Image der Muslime ist besser denn je, deshalb gibt es so viel Hetze gegen uns, dadurch versucht man uns Muslime schlecht zu machen.“

„Schwierig. Auf der einen Seite gibt es Menschen, die verstanden haben, dass unsere Gesellschaft vielfältig ist und respektieren das „Anders leben“ ihrer Mitbürger. Auf der anderen Seite gibt es aber auch genug, die es einfach nicht akzeptieren WOLLEN, dass Menschen nicht genauso leben/denken wie sie selbst. Und das ist schade. Denn genau Zweitere sind es, die laut ihre Intoleranz bekunden und den Muslimen ein Gefühl der Unerwünschtheit vermitteln.“

„Zu unstrukturiert. Teilweise keine Ahnung vom Glauben. Zu inaktiv in gesellschaftlichen Bereichen.“

„Die Integration ist eine Lüge, in Wirklichkeit wird jede Koftuchträgerin als dumm angesehen und jeder Muslim der betet ist ein Extremist. Vor lauter Abmühen sich in eine Gesellschaft zu integrieren, die uns ja doch nicht als einen Teil ihrer selbst betrachtet, verlieren wir mehr und mehr unsere Indentität und verbiegen uns. Wa Allahu3lem“

„Wir Muslime sind in zu viele Gruppen geteilt, wir bekämpfen und hassen uns gegenseitig… was ist das für eine religiöse Gemeinschaft wenn es viele kleine aber nicht EINE grosse gibt das macht mich leider traurig und ich denke so ist es auch kein Wunder das die Nicht-Muslime so ein schlechtes, falsches Denken über die Muslime und den Islam haben.“

„Im Alltag spüre ich kaum Rassismus, aber immerzu das Gefühl, dass die Muslime nicht wirklich dazu gehören und nur „ertragen“ werden. Muslime werden immer als Problem oder das „Andere“ dargestellt. Daher lebe ich zwar ohne Anfeindungen aber mit dem Gefühl unwillkommen zu sein und mich als Muslima beweisen zu müssen.“

„Muslime durchleben eine schwere Zeit voller Rassismus, Diskriminierung und Abgrenzung. Die dt. wie auch europäische Gesellschaften sind nicht gewollt ihr Schubladendenken und unbegründeten Hass auf Seite zu nehmen und dem Menschen an sich eine Chance zu geben. Deutschland weist immer mehr Gewalt gegen Muslime auf, jedoch wird dies nicht breitgetreten und bei der ersten Gelegenheit, sofern man einen schwarzen Peter sucht, wird der Muslim heran zitiert. Deutschland ist ein Abwanderungsland, vor allem für dt. mit Migrationsgeschichte der Eltern und diese Entwicklung ist auf die Diskriminierung in jeder Ecke der Gesellschaft zurück zu führen. Peinlich für ein sogenanntes freiheitlich liberales Land.“

Zusammenfassend gibt es den Antworten entsprechend drei große Probleme der Muslime in Deutschland: Zum einen ist es die Art und Weise, wie die Medien das Meinungsbild formen. Außerdem sind es Nicht-Muslime, die Angst vor dem Unbekannten haben. Zu guter letzt sind es die Muslime selbst, die in sich gespalten und oft auch nicht ausreichend über die eigene Religion informiert sind. Dies ist auch meiner Meinung nach das größte Problem der Ummah. Wir müssen zueinander halten und unsere Religion verstehen lernen, wenn wir wollen, dass andere uns verstehen. Was meinst du?

Ramadan reloaded

10 Aug

Ich faste nun zum dritten Mal seit ich Muslimin bin und zum dritten Mal reagieren meine Mitmenschen ungefähr so: „Was?! Es ist schon wieder soweit? Ist ja schon hart den ganzen Tag nichts zu essen. Was? Und trinken darfst du auch nichts? So gar nichts? Du arme! Also ich könnte das nicht!“ Daher eines vorweg: Ramadan besteht nicht nur aus dem Verzicht auf Essen und Trinken! Und wer verstanden hat warum wir fasten und was es uns bringt, der macht es freiwillig und mit großer Freude. Ja, richtig gelesen: Wir freuen uns jedes Jahr aufs Neue auf den Ramadan!

Warum begehen wir den Ramadan? 

Das Fasten im Monat Ramadan ist eine der fünf Säulen des Glaubens und ist uns von Allah durch den Koran als Pflicht auferlegt worden:

„Ihr Gläubigen! Euch ist vorgeschrieben, zu fasten, so wie es auch denjenigen, die vor euch lebten, vorgeschrieben worden ist. Vielleicht werdet ihr gottesfürchtig sein. (Das Fasten ist) eine bestimmte Anzahl von Tagen (einzuhalten).“ (Koran, Sure 2, Vers 183) 

„Der Monat Ramadan ist es (oder: (Fastenzeit ist) der Monat Ramadan), in dem der Koran (erstmals) als Rechtleitung für die Menschen herabgesandt worden ist, und (die einzelnen Koranverse) als klare Beweise der Rechtleitung und der Rettung. Wer nun von euch während des Monats anwesend (d. h. nicht unterwegs) ist, soll in ihm fasten …“
(Koran, Sure 2 Vers 185) 

Natürlich gibt es auch hier Ausnahmen, da Allah uns die Religion nicht schwer machen möchte. Daher müssen Kranke, Schwangere, Stillende, Frauen, die ihre Periode haben und Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen eingeschränkt sind, nicht fasten. In bestimmten Fällen ist das Fasten allerdings bis zum nächsten Ramadan nachzuholen.

Was sollten wir im Ramadan tun? 

  1. Wir verzichten auf Essen, Trinken, Rauchen und Geschlechtsverkehr vom Sonnenaufgang bis zum Sonnenuntergang um Allahs Willen.
  2. Wir lesen den Koran. Dieser ist in 30 Guz unterteilt, damit wir es schaffen ihn einmal komplett in diesem Monat durchzulesen.
  3. Wir Gedenken Allah häufig und machen Dhikr, auf dass er unsere Sünden vergeben und uns vor künftigen Sünden bewahren möge. Es sind jene, die glauben und deren Herzen Trost finden im Gedenken an Allah. Wahrlich, im Gedenken Allahs werden die Herzen ruhig.  (Koran, Sure 13 Vers 28) 
  4. Wir beten am Abend nach dem Nachtgebet das Tarawih-Gebet in der Moschee. Dieses dauert ca. eine bis anderthalb Stunden und gilt als freiwilliges Gemeinschaftsgebet.
  5. Wir helfen unseren Mitmenschen, wo es geht. Sei es Erledigungen für unsere alte Nachbarin zu machen, Kranke zu besuchen, der Moschee Essen für das gemeinsame Fastenbrechen zu spenden oder einem Bedürftigen etwas Geld zu geben. Alle unsere guten Taten haben in diesem Monat einen besonderen Segen.
  6. Wir lernen unsere Religion besser kennen. Dazu lesen wir den Koran und seine Bedeutung, lernen Teile des Koran auswendig, lesen die Sira (=Geschichte des Propehten s.a.s.), informieren uns über unsere Mütter der Gläubigen (=die Frauen des Propheten), lernen Hadithe und ihre Bedeutung auswendig usw.
  7. Wir geben unserem Körper auch die Möglichkeit sich auszuruhen, da das Fasten besonders an heißen Tagen anstrengend sein kann.
  8. Wir enthalten uns schlechter Taten, wie Lügen, üble Nachrede und Streit.
  9. Wir nutzen besonders die letzten 10 Tage und die Lailat’ul Qadr (=Nacht des Schicksals), um zu beten und Bittgebete zu sprechen, da diese besonders segensreich sind.
  10. Wir spenden von dem was wir haben und entrichten die Zakat ul-Fitr (z.B. an die Moschee, an eine Person, die es gebrauchen kann oder an eine Hilfsorganisation).
  11. Wir beenden den Monat mit dem Eid-Gebet in der Gemeinschaft und bedenken: Nach dem Ramadan ist vor dem Ramadan! Nicht nur in diesem Monat, sondern in allen darauffolgenden bis zum nächsten Ramadan sollten wir die oben beschriebenen Verhaltensweisen beachten und einhalten.

Was bringt uns der Ramadan? 

  1. Wir konzentrieren uns in diesem Monat auf das einzig wichtige: unsere Beziehung zu Allah. Wir fasten nur für ihn, wir beten zu ihm und wir bitten, dass er unsere Sünden vergibt und unsere Bittgebete erhört. Der Ramadan bringt uns wieder auf die richtige Spur von der man während des vergangenen Jahres gerne mal abgewichen ist. Doch  jedes Mal, wenn deine Zunge trocken ist oder dein Bauch grummelt, erinnerst du dich wieder daran, dass du ohne das, womit dein Schöpfer dich gesegnet hat, nichts wärst!
  2. Wir stärken unsere Disziplin und lernen unseren inneren Schweinehund zu bekämpfen. Diese Erkenntnis hilft uns auch im Leben außerhalb des Ramadan. Mal ehrlich: Wenn du es schaffst einen Monat zu fasten, dann wirst du es auch schaffen dich in anderen Angelegenheiten zurückzuhalten bzw. schlechte Angewohnheiten aufzugeben.
  3. Wir stärken die Gemeinschaft, indem wir mit der Familie und Freunden oder in der Moschee gemeinsam mit anderen Fastenden das Fasten brechen.
  4. Wir lernen am eigenen Leib wie es ist nicht essen und trinken zu können. Nur, dass im Gegensatz zu uns die Menschen in den armen Ländern abends leider nicht an den Kühlschrank gehen und einen kräftigen Schluck kühles Wasser zu sich nehmen können. Du magst dein Leben nicht? Sei dankbar und wisse: irgendwo lebt ein Mensch, der dafür sterben würde seinem Kind ein Leben ermöglichen zu können wie du es hast!
  5. Unsere Bittgebete werden erhört. Besonders in den letzten 10 Tagen des Ramadan, bzw. in der Laila’ul Qadr, die in diesen 10 Tagen ist, bitten wir Allah um Unterstützung für uns, unsere Familien und Freunde und die gesamte Ummah. Nutze diese Chance. Allah hört dich!

“Wer das Fasten im Ramadan gläubig und nur für Allah vollzieht, dem werden seine vergangenen Sünden getilgt.” (Ahmad Ibn Hanbal) 

In diesem Sinne wünsche ich uns allen weiterhin ein segensreiches Fasten!

Umfrage: Ramadan 2012

8 Aug

Salam Aleikum alle miteinander,

noch bis Ende Ramadan läuft meine anonyme Umfrage zur Selbsteinschätzung in Deutschland lebender Muslime.

Bitte nimm dir insha’Allah 5 Minuten Zeit für diese Umfrage und hilf mir so einen neuen Beitrag verfassen zu können.

Klicke hier, um zur Umfrage zu gelangen.

1000 DANK

Wa salaam, Amal

Muslim Couture

7 Aug

In diesem Ramadan war ich schon in verschiedenen Moscheen zum Taraweeh-Gebet und habe dabei beobachten können, dass es scheinbar in jeder Moschee einen eigenen Dresscode gibt. So trugen in einer Moschee fast alle Damen Khimar und Niqab, in der nächsten Moschee sah man fast nur die traditionellen Djelabas und in einer dritten standen Maxikleider mit Strickjäckchen ganz hoch im Kurs. Ich finde es schön zu sehen, dass sie islamische Mode so unterschiedlich ist, wie wir Muslime selbst. Und da ich eine Frau bin, die Mode liebt, wollte ich euch sehr gerne einige meiner liebsten Online-Shops vorstellen – für jeden ist etwas dabei!

 

Eine riesige Auswahl an modernen Neuauflagen traditioneller Styles bietet der Muslim-Shop. Hier findet ihr alles von verschiedenen Kopftuchvarianten über Abaya-Styles und Takchitas, bis hin zu Herrenmode – und das alles auch in Übergröße. Außerdem finde ich die „Fürs Gebet“-Abteilung gelungen. Hier findet sich alles vom Gebetsteppich, über den Kompass bis hin zur passenden Kleidung. Der Shop bietet außerdem Literatur, Lebensmittel und Kosmetikartikel. Auch wer sich gerade auf Hajj oder Umra vorbereitet, wird hier fündig.

Wer es eher konservativ mag, dem empfehle ich Islamische-Kleidungen.de. Auch hier bietet sich eine sehr große Auswahl an traditioneller Kleidung für Damen, Herren und Kinder. Und auch für Eid finden sich hübsche Festkleider. Wer  gerne ein Geschenk machen möchte, aber nicht sicher ist, was genau dem Beschenkten gefallen könnte, dem sei der Geschenkgutschein des Web-Shops ans Herz gelegt.

Wer mich kennt, der weiß, dass ich über eine beachtliche Sammlung an Schals und Tüchern für die unterschiedlichsten Hijabstyles verfüge. Am liebsten bestelle ich diese bei PearlDaisy, einem Web-Shop aus UK. Hier findet ihr alles für eure individuellen Kopftuchvorlieben. Besonders toll finde ich den von der Inhaberin Ameena erfundenen Hoojab, eine Mischung aus einer Kapuze (=Hood) und einem Hijab, mit dem sich luftige Styles drapieren lassen. Aufmerksam geworden bin ich auf diesen Shop übrigens durch Ameenas Youtube Channel, auf dem sie regelmäßig Hijab Tutorials postet.

Nicht unerwähnt bleiben sollen natürlich auch die Webshops von Styleislam und AlifBe, die mit Hoodies und Sweatern, Shirts und Tuniken stylische Streetwear vertreiben. Für alle Ladies, die es wie ich oft schwer haben schöne und passende Kleidung in Übergröße zu finden, kann ich Asos, Otto und BonPrix empfehlen.

Ich freue mich natürlich, wenn ihr mir weitere Shops empfehlen könnt und wünsche euch viel Spaß beim Onlineshopping!

Eine schöne Message an alle, die nicht wissen, wie gut sie es haben!

5 Aug

Kheir insha’Allah*

2 Aug

Und wieder ist ein halbes Jahr seit meinem letzten persönlichen Post  vergangen. Wieder hat sich viel getan, wieder habe ich viel gelernt, wieder hat sich mein Leben gedreht. Kheir insha’Allah*.

Hinter mir liegt ein interessantes Jahr und ich bin dankbar dafür, dass ich Menschen kennen gelernt habe, die mich inspiriert und mich motiviert haben. Ich bin dankbar für neue Freunde in meinem Leben, für anregende Sichtweisen und fruchtbare Diskussionen, die ich in diesem Jahr geführt habe. Aber ich wurde in diesem Jahr auch oft an meine Grenzen getrieben, egal ob es darum ging Geduld zu beweisen, sich mit anderen zu messen oder Ziele zu erfüllen. Es war ein lehrreiches und anstrengendes Jahr und es ist gut, dass ich es so erleben durfte – denn ich habe viel über mich selbst erfahren. Mir wurde klar, was mir im Leben wichtig ist – wie meine Gesundheit, meine Ehe und die Ausübung meiner Religion. Ich habe verstanden, dass mir eine Karriere und das damit verbundene Geld nicht einmal halb so wichtig sind wie der Luxus Zeit für mich selbst zu haben und sie für die wichtigen Dinge im Leben einzusetzen. Es war eine Lektion, die ich lernen musste und ich habe entdeckt, dass ich meine Prioritäten falsch gesetzt bzw. dem falschen „way of life“ nachgejagt habe. Deswegen habe ich nun nach gut einem Jahr meine Stelle aus freien Stücken gekündigt.

Wo es nun für mich hingehen soll, weiß ich nicht. Und dennoch versuche ich meinen momentanen „Schwebezustand“ als Geschenk zu begreifen. Dabei hilft mir natürlich, dass ich die Kündigung nun zum Anfang des Ramadan eingereicht habe und daher den heiligen Monat nutzen kann, um innerlich zur Ruhe zu kommen und wieder auf den Weg zurück zu finden, für den ich mich vor nunmehr zweieinhalb Jahren entschieden habe. Es ist ein wahrer Segen die Gebete pünktlich und in Ruhe angehen zu können, den Koran zu lesen und die Geschichte rund um unseren Propheten Muhammed s.a.s. zu verstehen. Noch habe ich im Kopf nicht wirklich mit meinem Job abgeschlossen, aber von Tag zu Tag wird es besser und in meinem Kopf schwirren schon wieder 10 neue Pläne für die Zukunft. Aber wie meine Freundin schon angemerkt hat: Vielleicht muss ich jetzt erst einmal lernen mich zu entspannen. Da ich mein Leben lang unter Strom stand, fällt mir das allerdings nicht leicht, aber ich denke sie hat Recht. Bevor ich etwas Neues anfange und mir Gedanken darüber mache, wie es weitergehen soll, sollte ich mit dem Vergangenen abschließen, Ruhe einkehren und mich überraschen lassen wohin der Weg in Zukunft führt.

Der Gesandte s.a.s sagte:

Die Lage des Gläubigen ist wahrlich erstaunlich.
Jeder Zustand ist gut (für ihn) und keinem anderen außer dem Gläubigen wird dies zuteil.
Trifft ihn etwas Erfreuliches und er dankt dafür, so ist es gut für ihn.
Trifft ihn etwas Unerfreuliches und er zeigt sich darin standhaft, so ist (auch) dies gut für ihn.

(von Muslim überliefert)

Und deswegen wünsche ich mir und euch allen weiterhin einen gesegneten Ramadan, möge unser Fasten angenommen, unsere Sünden vergeben und unsere Gebete erhört werden. Amin. Und Allah weiß es am Besten!

*(Zum Guten, wenn Allah es will)

Lesestoff: Kamran Pasha – Aisha und Mohammed

22 Jul

Es ist wieder soweit: Ramadan 2012 hat begonnen und daher wünsche ich allen Lesern einen segensreichen heiligen Monat. Möge Allah unser Fasten annehmen und unsere Sünden vergeben. Amin!

Passend zu diesem Monat habe ich soeben den von den Fischerverlagen veröffentlichten, 667 Seiten starken historischen Roman „Aisha und Mohammed“ zu Ende gelesen. Und ich will es gerne vorwegnehmen: Es ist ein Prachtstück!

Klappentext:

„Im 7. Jahrhundert n. Chr. macht ein neuer Prophet in Arabien auf sich aufmerksam. Seine Botschaft der Erleuchtung fegt wie ein Wüstensturm durchs Land und einigt die zerstrittenen Stämme auf der arabischen Halbinsel. Seine junge Frau Aischa wird selbst zur Kriegerin und begleitet ihn auf diesem Weg: vom Propheten zum Krieger zum Staatsmann. Aber in der Stunde des größten Triumphes, der Rückeroberung von Mekka, wird Mohammed plötzlich krank und stirbt in den Armen seiner Lieblingsfrau. Von nun an wird sie das Andenken ihres Mannes bewahren und seine Lehren weiter verbreiten und auf diesem Weg eine der großen Frauengestalten im Islam werden.“

Meine Meinung:

Das Buch erzählt aus der Perspektive Aishas von den Anfängen des Islam und lässt dabei keine wichtige Station oder mystische Erzählung der alten Tage aus. Detailverliebt, einfühlsam und mitreißend lässt Kamran Pasha Aisha, die Lieblingsfrau des Propheten s.a.s, als gealterte Frau vom Anbeginn des Islam erzählen, von der ersten Offenbarung, den Widerständen, gegen die die ersten Muslime zu kämpfen hatten bis hin zur großen Religion, die der Islam wurde und bis heute geblieben ist.

Als kleines Mädchen schon lernt Aisha, die Tochter Abu Bakrs, einer der ersten und treuesten Gefährten Mohammeds, den Propheten kennen, als dieser noch mit seiner ersten Frau Chadisha verheiratet ist und die ersten Offenbarungen empfängt. Ausgestattet mit einem sehr guten Gedächtnis, das sie auch später zu einer der besten Quellen der Sunna des Propheten nach dessen Tod gemacht hat, begleitet sie so von Anfang an die Geschichte der neuen und endgültigen Religion und gehört mit ihrem Vater zu den ersten Gläubigen. Nach dem Tod Chadishas wird sie schon in jungen Jahren Mohammeds Frau und damit eine der Mütter der Gläubigen. An der Seite ihres Mannes verfolgt sie die Widrigkeiten, denen die ersten Muslime ausgesetzt waren von der Vertreibung aus Mekka, dem neuen Leben in Medina und dem Kampf gegen diejenigen, die den letzten Propheten aus dem Weg räumen wollen, da er mit der Verkündung des einen Gottes Allah mit den alten Traditionen bricht und die polytheistische Gesellschaft in Aufruhr versetzt. Als Frau an der Seite des (noch bis heute) einflussreichsten Mannes, kämpft sie für ihren Glauben – auch über den Tod ihres Mannes hinaus.

Positiv!

Besonders positiv ist mir aufgefallen, dass sich der Roman absolut an den tatsächlich dokumentierten Ereignissen orientiert. Was mir außerdem an diesem Roman besonders gefällt ist, ist die persönliche Note, die menschliche Seite, die die Geschichte aus Aishas Sicht erhält. Mit ihr gemeinsam erlebt man die Liebe zum Propheten, die Stärke des Glaubens, die Schrecken all der Schlachten, die gekämpft werden mussten, und auch die Eifersucht, die sie oft verspürte, wenn der Prophet eine weitere Frau heiratete, sei es aus politischen Gründen oder Barmherzigkeit. Ich habe mich tatsächlich mit ihr gefreut und mit ihr gelitten und bei manch einer im Buch beschriebenen Szene geweint.

Negativ…

Da ich die Geschichte des Propheten und seiner Frauen bereits vorher kannte, war es für mich nicht allzu schwierig die im Buch beschriebenen Verwandtschaftsverhältnisse zu begreifen. Ohne diese Vorwissen muss man sich allerdings wirklich konzentrieren, um sich von all den genannten arabischen Namen nicht verwirren zu lassen. Außerdem fand ich die Zeit nach dem Tod des Propheten im Vergleich zum Rest der Geschichte sehr kurz abgehandelt, teilweise haben mich die vielen Intrigen und Kämpfe um die Nachfolge des Propheten wirklich verwirrt. Allerdings kann ich keine Alternative vorschlagen – die Zeit nach dem Tod Mohammeds so ausführlich zu beschreiben wie den Rest der Geschichte hätte sicher noch weitere 400 Seiten abverlangt. Daher kann ich damit leben.

Fazit:

Für alle, die die Geschichte der Anfänge des Islam bereits in seinen groben Zügen kennen, ist dieses Buch ein ganz wundervolles, buntes, berührendes Werk. Vor allem, wenn man selbst (wie auch der Autor) Muslim ist, geht die Geschichte ans Herz. Ich kann die Lektüre daher nur empfehlen und werde das Buch nach einiger Zeit sicherlich noch einmal in die Hand nehmen.

Mein Dank gilt Cleo von Cleos Bücherblog, die mir dieses Buch vorgeschlagen hat, sowie den Fischerverlagen, die es mir für diesen Blog zur Verfügung gestellt haben!

Teilzeitmuslima / Islam Challenge

2 Jan

6 Monate ist es her, dass ich meinen letzten Blogpost geschrieben habe, 6 Monate in denen sich in meinem Leben einiges verändert hat. Ich habe eine Stelle gefunden, die mir sehr viel Spaß macht, ich habe wunderbare neue Kollegen, ein spannendes Arbeitsumfeld – und viel zu wenig Zeit für alles andere. Es ist nicht schön, nein, es macht mich sogar sehr traurig, dass mein Iman in all der Zeit so sehr gelitten hat, dass ich vor einigen Tagen wie erstarrt aufgewacht bin und gemerkt habe, dass ich 6 Monate lang einen großen Fehler begangen habe: Ich bin zur Teilzeitmuslimin geworden.

Da steht es also schwarz auf weiß und es fühlt sich grauenhaft an. Trotzdem möchte ich meine Gedanken mit euch teilen, da ich mir sicher bin, dass ich nicht die einzige bin, die sich so fühlt. Ich muss dazu schreiben, dass mein neuer Arbeitgeber wirklich sehr offen ist und ich daher zu den gegebenen Zeiten beten kann. Auch meine Kollegen hatten von Anfang an kein Problem damit, als ich erzählt habe, dass ich Muslimin bin und daher gerne beten möchte und auch den nahenden Ramadan ernst nehme. Natürlich kamen Fragen auf, die ich gerne beantwortet habe und seitdem ist allen klar, dass ich keinen Alkohol trinke, auch im Sommer lange Ärmel trage und zu bestimmten Zeit bete.  An sich eine super Sache, andere Schwestern würden alles für einen so tollen Arbeitgeber geben.

Mit dem neuen Job gingen neue Arbeitszeiten einher und so kam es, dass ich teilweise erst gegen 20 Uhr zu Hause war, müde vom Arbeiten und nicht zu mehr fähig als einen Happen zu essen und mich hinzulegen. Versteht mich nicht falsch, der Job macht riesigen Spaß. Doch mit den ausgefüllten Tagen auf der Arbeit und der Müdigkeit am Abend vernachlässigte ich nach und nach die Gebete. Da ich die Wochenenden zum Ausruhen nutze und um enge Freunde und meine Familie zu treffen, blieben auch die Treffen mit den Mädels meiner Sonntagsgruppe auf der Strecke. Mein Blog war stillgelegt. Und da ich auf der Arbeit kein Kopftuch trage, fiel mir wahrlich nicht mehr ein, warum ich das Kopftuch in meiner Freizeit noch tragen sollte, da man mich sowieso überall ohne kannte. Doch je länger diese Phase ging, desto klarer wurde mir, dass mir etwas fehlte. Mein Iman war kläglich geschrumpft.

„Hast du den gesehen, der das Gericht für Lüge erklärt? / Das ist der, der die Waise zurückstößt / Und nicht zur Speisung des Bedürftigen anhält. / Wehe den Betenden, / Die auf ihr Gebet nicht achtgeben, / Die nur gesehen werden wollen / Und die Hilfeleistung verwehren!“ (Koran, Sure 107, Al Ma’un, Die Hilfeleistung)
„Wehe den Betenden, die auf Ihr Gebet nicht achtgeben…“ Ich wusste, dass ich so nicht weiterleben konnte. Es musste einen Weg geben Religion und den Rest des Lebens unter einen Hut zu bringen. Auf jeden Fall musste ich wieder anfangen die Gebete einzuhalten. Denn wenn das Leben nur aus Essen, Schlafen und Arbeiten besteht, hat es keinen Sinn. Doch die täglichen Gebete sind einer der Pfeiler des Glaubens, quasi das Minimum dessen, was ein Gläubiger für seine Religion tun sollte. Es musste mehr sein. All die Hadithe/Aussprüche des Propheten, die es zu lernen gibt, die Suren des Koran, die man auswendig lernen sollte und die verschiedenen Formen des Dhikr/der Lobpreisung Allahs! Und dann kam ich auf die Idee der Islam-Challenge.
Ich bin sicher, dass es so etwas in der ein oder anderen Form längst gibt und doch möchte ich meine Idee mit euch teilen und euch einladen mitzumachen. Ich habe mir vorgenommen jeden Monat eine Aufgabe zu bestimmen, die ich erledigen muss. Da mein Mann auch mitmacht, haben wir es so eingerichtet, dass es eine Aufgabe für beide und eine gesonderte je Person gibt, da mein Mann Muttersprachler ist und daher natürlich auch schneller auswendig lernen kann, bzw. schon in seiner Kindheit sehr viel mehr gelernt hat, als ich bis jetzt weiß. Das verschafft euch den Vorteil, dass es zwei Schwierigkeitsstufen je Monat geben wird. Die Aufgabe für den Januar werde ich in einem gesonderten Post veröffentlichen. Ich freue mich natürlich sehr, wenn ihr mitmacht und bin gespannt auf eure Kommentare.
Zum Schluss möchte ich euch bitten Dua’a/Bittgebete für mich zu sprechen, damit ich meine Gebete insha’allah pünktlich verrichte, meinen Iman wachsen lassen kann und nach und nach wieder in meinen Alltag als Muslimin finde, so wie es sich gehört. Möge Allah euch segnen und uns helfen, standhaft im Glauben zu werden und unsere Pflichten zu erfüllen.
Amin.

Go Halal

11 Dez

Gestern Abend trieb mich und meinen Mann der Hunger um. Ein Döner musste her. Leider hatte unsere Lieblingsdönerei bereits geschlossen und so fuhren wir weiter auf der Suche nach etwas Essbarem. Die Muslime unter den Lesern wissen sicher schon Bescheid: Eine Odyssee begann.

Um eines vorweg zu nehmen: Ja ich nehme die Ernährung nach muslimischen Maßstäben ernst. Für manche scheint das übertrieben, kleinkariert und umständlich. Ich hingegen sehe es als meine Pflicht an, die ich gerne erfülle. Also bin ich mittlerweile zum Profi mutiert, weiß genau Bescheid in welchem Joghurt Gelatine versteckt ist, mache einen Bogen um Hanuta, Joghurette und fertigen Pizzateig und bin trotzdem glücklich. Da ich Fleisch sowieso nicht gerne esse, macht mir das Schweineverbot gar nichts und wenn ich totes Tier alle Schaltjahre einmal zu mir nehme, dann nur aus islamischer Schlachtung. Alkohol habe ich von meiner Konsumliste gestrichen und fühle mich seither viel besser. Und so kommen wir nun also zum eigentlich Knackpunkt meiner gestrigen Reise durch meine kleine Stadt – dem Alkohol. Der Umgang mit Alkohol gilt im Islam als die 13. große Sünde. Wer Samstagabend gegen 22 Uhr schon mal nüchtern durch die Stadt gelaufen ist, weiß auch warum.

Hier also ein kleiner Ausflug in die Islamkunde: Der Prophet s.a.s. verfluchte zehn, die mit Alkohol in irgendeiner Weise in Kontakt kommen:

Jemand, der Bäume pflanzt mit der Absicht Wein zu produzieren, derjenige, der diese Bäume kultiviert, so dass Wein produziert werden könnte, jemand, der Weintrauben presst, derjenige, der Wein trinkt, der Wein serviert, der Wein transportiert, derjenige, der es als Geschenk annimmt, derjenige, der Alkohol verkauft und der es kauft, sowie jemand, der sein Unterhalt durch Alkohol verdient, sei es durch Verkauf oder Produktion.

An alle Flitzpiepen, die mir nun mit „Wein ist aber nicht Bier“ kommen wollen: Ihr wisst Bescheid! Aus o.g. Gründen vermeide ich es also in muslimischen Geschäften einzukaufen, in denen Alkohol verkauft, aber an der Frontscheibe mit „Halal-Ware“ geworben wird. Grund dafür ist, dass ich diese Geschwister nicht unterstützen möchte. Ich habe ein Restaurant auch schon einmal verlassen und dem Wirt mitgeteilt, dass ich erst wiederkomme, wenn kein Alkohol mehr verkauft wird. Es ist nämlich so, dass all das Geld, das er durch Halal-Fleisch verdient, haram (also verboten) wird, wenn es mit dem Erlös aus dem Alkoholverkauf vermischt wird. Er macht dadurch quasi seinen ganzen Umsatz vor Allah zunichte. Und selbst, wenn er mit dem Geld 1000 Waisenkinder füttern würde – die gute Tat würde von Allah nicht angenommen werden, da die Mittel dafür aus einer verbotenen Handlung hervorgehen.

Mir ist durchaus bewusst, dass ich auch bei Aldi und Lidl einkaufen gehe und dort ganze Regale mit Wein, Bier und Schnaps belagert sind. Solange allerdings kein muslimischer Laden aufmacht, der Dinge wie Naturjoghurt, gebeizten Lachs und tiefgefrorene Kräuter zu angemessenen Preisen verkauft, bleibt mir in Deutschland leider nichts anderes übrig. Mein Fleisch kaufe ich ausschließlich beim Marokkaner und beim Türken vor Ort, wo ich sicher sein kann, dass die Tiere islamisch geschlachtet wurden. Rindfleisch vom Aldi kommt mir eben nicht in die Tüte.

So mancher wird beim Lesen vielleicht den Kopf schütteln und fragen, wie man seine Zeit mit solchen Kleinigkeiten verschwenden kann. Für gläubige Muslime ist dies allerdings ein wichtiges Thema, denn nach einem Ausspruch des Propheten s.a.s. heißt es: „Am Tage der Auferstehung wird der Alkoholtrinker zu den Ungläubigen gezählt.“ Und jeder, der die Schuld für diese Sünde auf seinen Schultern trägt, wird dafür bestraft – also Hersteller, Kellner, Freunde, die einen ausgeben usw.

Zu unserem Döner kamen wir dann aber doch noch. Glücklicherweise hatte ein anderer Laden in dem es Halal-Fleisch und keinen Alkohol gibt noch geöffnet. Und dort habe ich gerne und mit gutem Gewissen mein Geld ausgegeben.

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